Joana Stolte

* 28.01.1976       † 07.08.1996

Startseite--> Gedichte

Gedichte für Joana


Sehnsucht

Joana,
meine Seele
schreit
nach Dir!

Mein Herz
stammelt
wieder
und wieder
Deinen Namen.

Und Du
entfernst Dich
unaufhaltsam
von mir.

Kehre um!
Erwärme mich
mit Deinem
strahlenden Lachen.

Worte, 
nichts als
kalte Worte.
Und niemals
Du!

Du
mit Leib 
und Seele.
Mit Worten
aus Herz und
lachendem Mund 
und vollen Sätzen
ganz allein 
gerichtet 
an mich.

Vermisse Dich,
vermisse Dich
so sehr,
zu sehr.

Karin Stolte
          

Joana

Joana,
wo bist du, wo
kann ich dich finden?
Endgültig verloren?
Oder nur hinüber 
gegangen in eine 
andere Daseinsform?
Jahre schleichen dahin,
gibt keinen Sinn.
Dauert zu lange,
zu lang der Weg 
zu dir.
Strecke die Hände
über die Grenze, 
die trennende.
Fühle nie mehr
deine warme Hand, 
deren zarter Druck
Zuversicht in meine
zweifelnde Seele 
füllen würde.
Tore verschlossen,
alle Tränen vergossen,
verloren und trocken
streift mein Blick 
jedes Ding.
Alles egal, 
zuviel der Qual.
Heut‘ ohne dich, 
morgen ohne dich.
Und immer und 
ewig ohne dich
muß ich leben.
Was für ein Leben?

Karin Stolte
          

Und aufleben
(Tiefes Schwarz)

Ich trete mein Erbe an,
öffne deinen Tuschkasten
mit satten Lebensfarben.

Alle Farben sind erloschen,
denn du hattest sie behütet,
fein poliert, dass sie mir
in hellstem Glanz erstrahlten.

Tiefes Schwarz bleibt mir
in verschwenderischer Fülle.
Trage jede verlorene Farbe 
darunter zu Grabe.

All meine Tränen fallen darauf,
bilden reißende Flüsse, ziehen 
tiefe Spuren ins endlose Schwarz,
mischen rot herauf zu dunkelblutrot
und blau zu nachtschwarzblau,
manchmal schon wolkengraublau.

Ahne, eines fernen, nahen Tages, 
erst nur in flüchtigen Momenten,
wird ein von unzähligen Tränen
geklartes Himmelsblau
neu für mich aufleben.

Karin Stolte