Joana Stolte

* 28.01.1976       † 07.08.1996

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Die Vorgeschichte

Do., 25.07.96 Im Urlaub in Spanien bekommt Joana nachts Bauchkrämpfe und Fieber. Da die Beschwerden am nächsten Tag nachlassen, entschließt sich Joana nicht zum Arzt zu gehen bzw. ein Krankenhaus aufzusuchen, denn bis zum Rückflug nach Hannover sind es nur noch 3 Tage.
Mo., 29.07.96 Ich hole Joana um 12.20 Uhr mit dem Auto vom Flughafen ab. Sie ist zwar müde aber ansonsten beschwerdefrei.
Di., 30.07.96 Am Abend treten die Bauchbeschwerden wieder auf. Joana fühlt sich verstopft und äußert das Gefühl einen Magen-Darm-Infekt zu haben. Außerdem hat sie leichtes Fieber.
Mi., 31.07.96 Morgens um 08.00 Uhr geht Joana zu unserem Hausarzt. Der tippt auf einen Magen-Darm-Infekt und nimmt Blut ab. Als die Beschwerden nachmittags zunehmen, fahre ich mit ihr zunächst in die Medizinische Hochschule Hannover, wo wir wegen Platzmangels abgewiesen werden. Wir werden ans Clementinenhaus bei uns im Stadtteil verwiesen. Dort wird Joana aufgenommen und untersucht. Joana erhält spätabends einen Tropf, um am nächsten Tag eventuell operiert werden zu können.
Do., 01.08.96 Obwohl Joana nachts starke Schmerzen gehabt hat, wird sie erst gegen Mittag von mehreren Ärzten untersucht. Am Ende der diversen Unteruchungen einigen sich die beteiligten Ärzte auf die Diagnose "Entzündung der Eileiter mit Bauchfellbeteiligung". Die Diagnose "Blinddarm" wird für unwahrscheinlich gehalten und Joana erhält Antibiotika.
Da sowohl Joanas Hausarzt als auch ihr Frauenarzt es für besser halten, Joana in eine Klinik zu verlegen, die eine eigenständige gynäkologische Abteilung besitzt, wird Joana ins Oststadtkrankenhaus auf die Station 4F verlegt. Dort wird Joana unter anderem von Prof. Dr. S. untersucht, der ebenfalls die Diagnose "Entzündung der Unterleibsorgane mit Bauchfellbeteiligung" stellt. Er schließt dabei Blinddarm als Ursache mit absoluter Sicherheit aus. Daraufhin beginnt die Behandlung mit Antibiotika (Breitband) über einen Tropf.
Fr., 02.08.96 Wir besuchen Joana gegen 15.00 Uhr. Sie hat Durchfall und weiterhin Bauchbeschwerden. Ihr ist übel. Wir fragen Prof. Dr. S., warum sich trotz Antibiotikagabe die Symptome nicht gebessert haben und er teilt uns mit, dass der Krankheitsverlauf für eine Eileiterentzündung mit Bauchfellbeteiligung normal sei, und dass das Antibiotika mindestens zwei bis drei Tage benötigt, um Wirkung zu zeigen.
Sa., 03.08.96 Wir besuchen Joana gegen 15.15 Uhr. Sie hat noch immer Durchfall und zusätzlich massive Fieberschübe bekommen, nachdem man sie zum Essen genötigt hatte. Das Fieber senkt sich gegen Abend ein wenig. Es geht ihr schlecht. Wir fragen Prof. Dr. S. erneut gezielt nach möglichen Blinddarmbeschwerden. Er weist diese Möglichkeit jedoch weit von sich und sagt, dass Joanas Krankheitsbild ein gänzlich anderes sei als bei einer Appendizitis. Weiterhin bekräftigt er, dass man von einer Operation meilenweit entfernt sei.

 

Die Operation

So., 04.08.96 Joana ruft gegen 14.30 Uhr an und teilt uns mit, dass ihr Bauch stark angeschwollen sei. Wir machen uns sofort auf den Weg ins Krankenhaus und treffen um 15.00 Uhr dort ein. Joana hat starke Schmerzen, der Bauch ist ganz dick und hart, als wenn er mit Wasser gefüllt wäre. Um 16.30 Uhr kommt Prof. Dr. S. ins Zimmer. ich fordere ihn jetzt nachdrücklich auf, endlich etwas zu unternehmen, da es Joana sehr schlecht gehe und sie keine Simulantin sei. Daraufhin werden diverse Untersuchungen (Ultraschall, Röntgen) vorgenommen. Man stellt fest, dass die Peristaltik des Darmes bereits ausgesetzt hat. Gegen 18.30 Uhr wird Joana erstmalig den Chirurgen vorgestellt. Inzwischen hat sie fast 40° C Fieber.
Die Chirurgen entschließen sich nach einem EKG zur Operation. Während der Operation warten wir in einem leerstehnden Zimmer der Station 4F auf weitere Ergebnisse. Noch vor Ende der Operation wird uns von einem Oberarzt mitgeteilt, dass man einen mehrere Tage alten Blinddarmdurchbruch, der sich bereits mit einem netzartigen Gewebe eingekapselt hatte, vorgefunden hat. Nach der Operation wird Joana ins künstliche Koma versetzt, da der Bauch Montag mittag noch einmal gespült werden soll.
Mo., 05.08.96 Als wir Joana auf der Intensivstation besuchen wollen, wird uns mitgeteilt, dass sie noch immer im Koma liegt. Die Fibrinabsonderung im Bauchraum ist doch stärker als angenommen, so dass man noch zwei bis dreimal würde spülen müssen.
Di., 06.08.96 Joana liegt noch immer im künstlichen Koma. Ihr Bauch ist dicker geworden. Wie uns die behandelnden Ärzte mitgeteilt haben, liegt das an der Bauchspülung, die den Darm hat anschwellen lassen. Joana bekommt am Abened hohes Fieber.
Mi., 07.08.96 Nach dem Spülen mittags muss der Schnitt vergrößert werden, da der geschwollene Darm nicht mehr ganz in den Bauchraum zurückgebracht werden kann. Joana hat wieder hohes Fieber. Von einem lebensbedrohenden Zustand ist allerdings nicht die Rede.
Um 23.15 Uhr werde ich telefonisch von Prof. Dr. S. vom Tod unserer Tochter informiert.
Um 01.00 Uhr fahren wir mit Freunden in die Klinik, um zusammen mit ihrem Bruder von Joana Abschied zu nehmen.

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